Xian

Alte Kaiserstadt


Was Beijing für das moderne China ist, ist Xi'an für das imperiale China. Die Stadt hat eine über 3000 Jahre alte Geschichte und war die Hauptstadt des chinesischen Reiches während der Zhou, Qin, Han, Sui und Tang Dynastien.

Bis zur Ming Dynasty war der offizielle Name der Stadt Chang'an (ewiger Friede). Der heutige Name Xi'an bedeutet soviel wie westlicher Friede. Im Bild oben der alte Drum Tower (mit dem nicht ganz so alten Mc Donalds im Vordergrund), im Bild unten der Bell Tower, eingeschlossen in einem Meer von Autos.

Hinter dem Drum Towe (Gulou) gibt es die Muslim-Strasse, oder auf Chinesisch die Huimin Strasse, was soviel heisst wie die Strasse der Hui, welche die grösste muslimische Minorität in China ist. Xi'an war früher der Anfangs- bzw. Endpunkt der Seidenstrasse, über die viele Muslime aus dem Nahen Osten nach China kamen. Etwa 10 Millionen Hui Chinesen leben heute in China.


Wilde-Gans Pagode

Die Tang Dynastie symbolisiert einen der Höhepunkte chinesischer Zivilisation. Chang'an war damals nicht nur das Zentrum von China, sondern eine der grössten Metropolen und Handelzentren der Welt. Die grosse Wilde-Gans-Pagode, erbaut im Jahr 652, ist eines der wenigen wirklich gut erhaltenen Überbleibsel aus der Tang Dynastie und auch heute noch ein sehr imposantes Bauwerk.  


Alte Stadtmauer

In Xi'an findet man auch noch eine der ältesten Stadtmauern Chinas. Die alte Mauer wurde jedoch nach dem Ende der Tang Dynastie zerstört (die Hauptstadt wurde nach Luoyang verlegt) und erst wieder in der frühen Ming-Dynastie (ab 1368) aufgebaut.


XISU und Goethe SLZ

Besuch im Goethe Sprachlernzentrum. Das Gebäude auf dem Campus der XISU (Xi'an International Studies Univerity) mutet noch etwas stalinistisch an, aber der Rest des Campus ist schöner. Unter Foreign Studies ist in erster Linie das Erlernen von Sprachen zu verstehen und die die Uni ist deshalb auch eher so etwas wie eine Fremdsprachenuniversität, ähnlich wie auch bei uns in Chongqing.  

Mein Kollege Helmut.


Terracotta Armee

Die berühmte Teracottarmee des ersten Kaisers von China, Qin Shihuang, befindet sich ausserhalb der Stadt. Die Armee wurde per Zufall 1974 von einem Bauern entdeckt und gehört heute neben der Grossen Mauer und der Verbotenen Stadt in Peking zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes.  

Diverse Ausgrabungsfunde findet man in einem nebenan gelegenen Museum. Ich war bereits Ende der 90er Jahre einmal hier und hatte damals wie heute das Gefühl, dass die Teracottaarmee alleine eine Reise nach Xi'an eigentlich nicht Wert ist, ausser man ist ein echter Archeologie-freak. Einfach nur ganz nett. Man muss halt vorher wissen, ob man eine Halle voll von braunen Tonfiguren wirklich sehen muss und dafür einen mehrstündigen Flug aus Peking in Kauf nimmt oder sich eher andere Teile China ansieht.  

An forderster Front! Vielleicht war ich in meinem früheren Leben doch ein Chinese?


Verschiedenes

Eine Spezialität in Xi'an sind die sogenannten Biangbiang Nudeln, die man nur hier findet. Das Zeichen und auch die Aussprache dieser Nudeln ist nicht nur äusserst kompliziert, sondern auch sehr selten. Nicht geeignet für die erste Stunde des Chinesisch-unterrichts!

Und das ganze sieht dann so aus.

Fast jede Stadt in China hat ihr eigenes Bier und eine eigene Marke. Da deutsches Bier in China sehr angesehen ist hat man in Xi'an für das lokale Bier auch gleich einen sehr innovativen deutschen Namen gefunden: Hans Bier.