Wulong County 2009

Wochenendausflug ins Umland von Chongqing


Die Busfahrt von Chongqing nach Wulong dauerte etwas länger als erwartet, nämlich drei Stunden und zehn Minuten. Um 12:40 Uhr ging die Fahrt (rund 7 Euro) von der Long Distance Bus Station in Chaotianmen los, und um 15:50 Uhr waren wird am Ziel. Die Zeit verging jedoch recht schnell. Ein Grossteil der Strecke verläuft entlang des Wu Flusses, ein Nebenfluss des Yangzi Flusses, und der Ausblick ist streckenweise sehr schön. Als Alternative kann man die Strecke Chongqing-Wulong auch mit dem Zug zurücklegen, allerdings fährt dieser nicht so oft und ist auch oft überfüllt und deshalb nicht so praktisch.

Nach der Ankunft in Wulong-stadt habe ich mich dann gleich weiter auf den Weg nach 'Fairy Maiden Mountain' (Xian nu shan) gemacht. Dies bedeutete, dass an dem Busbahnhof in einen kleinen lokalen Minibus umsteigen musste,  der mich und ein paar andere chinesische Touristen dann in einer rund 40-minütigen Fahrt den Berg hochtransportiert hat.


Fairy Maiden Mountain

Fairy Maiden Mountain ist ein relativ neues Freizeit- und Erholungsgebiet für Chinesen und war bis vor ein paar Jahre noch gänzlich unbekannt. Doch so langsam wird die ganze Region für den Tourismus ausgebaut, die Strassen und Infrastruktur verbessert, und auch viel in den Bau von neuen Hotel- und Wohnanlagen investiert. Wenn  man einmal auf dem Berg angekommen ist, gibt es dann auch so schnell kein Zurück mehr, denn die meisten Besucher reisen in Gruppen mit Bussen an. Individuell-reisende sind die grosse Ausnahme, und der Minibus, der einen hochgefahren hat, kann unter Umständen stundenlang nicht wieder aufkreutzen. Verwunderlich ist es denn auch nicht, dass die meisten Hotels auf dem Berg alle relativ teuer und preislich eher in der 4 bis 5 Sterne-Kategorie angesiedelt sind. Doch dessen war ich mir schon vorher bewusst, und ich habe mich dann in einem der Hotels für die Nacht eingebucht - Photo unten.

Trotz der wachsenden Touristenzahlen ist FMM noch relativ unbekannt und alles andere als überlaufen. Die Hotels liegen praktisch mitten in der Natur, umgeben nur von Feldern und Farmland. Die Gegend bietet sich an für kurze Spaziergänge in die Felder, in denen man den Bauern beim Bestellen der Felder zusehen kann, und bei denen man die Landschaft und vor allem die Ruhe geniessen kann.

Da ich erst gegen 17 Uhr im Hotel angekommen bin, hatte ich gerade mal ein bis zwei Stunden Zeit, um mir bei Tageslicht die Gegend um das Hotel herum anzusehen. Diese Zeit hat allerdings auch ausgereicht, denn sehr viel zu sehen gab es wirklich nicht. Die Sonne ging dann auch bald unter...


Three Natural Bridges

Tag 2: nach einer etwa 30-minütigen Fahrt vom Hotel mit dem Taxi kommt man an den Eingang der sogenannten 'Three Natural Bridges'. Es handelt sich hierbei um eine gigantische in einem Nationalpark gelegene Schlucht. Der Name bezieht sich auf die Gesteinformationen, die sich - ähnlich wie grosse Brücken - über die Schlucht spannen. Gleich nach Betreten des Parks wird man mit einem in die Steine gebauten Glaslift in die Schlucht befördert. Von dort geht ein langer Spaziergang durch die Schlucht los. Bereits von oben bietet sich einem ein phänomenaler Blick.

Einmal mit dem Lift angekommen, geht es nochmal mehrere hundert Stufen weiter hinab in das Tal.

Die Grösse der Schlucht lässt sich vielleicht auf dem Photo nur anhand der Menschen erahnen, die hier - im Bild unten ganz klein - die Stufen hinuntergehen.

Wenn man dann endlich unten angekommen ist führt ein Weg die Schlucht entland. Bis zum Ziel des Weges läuft man ein bis zwei Stunden. Allerdings ist die Natur wirklich atemberaubend schön. Eine perfekte Kulisse für einen Phantasiefilm a la 'Herr der Ringe'.  


Die Furong Höhlen

Nächster Halt: die wirklich spektakulären Furong Höhlen.

Es ist absolut unmöglich, die Grösse und Schönheit auf den Photos zum Ausdruck zu bringen - der Steinwasserfall oben auf dem Bild ist alleine 15 Meter hoch!

 

Zunächsteinmal ist es die schiere Grösse der Höhle, die einem den Atem raubt. Die Höhle besteht aus mehreren Unterhöhlen und zusammen beträgt die Länge mehr als 2 Kilometer! Man geht immer weiter und weiter in die Tiefe, von einer Höhle zur nächsten, und jeder 'Raum' sieht vollkommen anders aus. Die Decken sind bisweilen so hoch, dass man locker ein 10-stöckiges Gebäude darin unterbringen könnte. Man kommt wirklich aus dem Staunen nicht mehr hinaus und benötigt rund eine Stunde, um bis zum Ausgang zu gelangen.   

 

Dazu kommen die wirklich unfassbarsten und merwürdigsten Formationen der Gesteine, welche, angestrahlt durch viele Farbscheinwerfer, durch das Licht eine echt magische Schönheit entwickeln. Jeder Versuch, dies auch nur annähernd auf Kamera festzuhalten, scheiterte, und nur die Nahaufnahmen einiger der Formationen können einem zumindest einen kleinen Eindruck vermitteln.

Die Höhlen gehören zu den schönsten und grössten Höhlen der Welt. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten.


Wulong City

Nach mehreren Stunden auf den Beinen habe ich mir dann am späten Nachmittag ein Hotelzimmer in Wulong genommen, und bin dann am nächsten Tag mit dem Bus zurück nach Chongqing gefahren. Die Stadt Wulong ist das regionale und administrative Zenter der gleichnamigen Region Wulong und bietet dem Toristen eigentlich nichts besonderes. Es ist eine für die Region typische 'Kleinstadt'. Die Häuser sind alle in die steilen Hänge des Flussufers gebaut und die Stadt zieht sich dem Fluss entlang in die Länge. Trotzdem hat die Stadt einen gewissen Charm und wenn man durch die Strassen geht macht es Spass dem Treiben der Menschen zuzusehen.