Malaysia - Kuala Lumpur

(September '12)


Der Blick von meinem Hotelzimmer, welches sich im Zentrum der Stadt befand.

Ein weiteres Photos aus meinem Zimmer. Die Strasse, in der das Hotel war, ist das Zentrum des Nachtlebens.

Bilder von Wolfgang und mir. Whoah, der nächste Tag war tough....




Malaysia - Kuala Lumpur, April 2011

Air Asia (Asien's Antwort auf Ryan Air & Co) sei Dank. Eine günstige Direktverbindung zwischen Chengdu und Kuala Lumpur machte einen Kurztrip während des chinesischen Qing Ming Festival möglich. Air Asia ist übrigens eine wirklich geniale Airline mit enorm vielen und sehr günstigen Verbindungen,  leider aber hauptsächlich in der Region Südostasien. Egal: drei Nächte und viele Photos später bin ich gestern erstmal wieder in China gelandet und schreibe nun etwas über meine Eindrücke.


Merdeka Square (Platz der Unabhängigkeit)

Am 31. August 1957 wurde auf diesem Platz zum ersten Mal die Unabhängigkeit und das Ende der britischen Kolonialzeit gefeiert. Alljährlich wird dieser nationale Feiertag hier auch mit Paraden und anderen Feierlichkeiten begangen. Der Rasen, auf dem ich stehe, war früher das Cricketfeld der Engländer.


Gelebtes Multikulti

Die Gesellschaft Malaysias ist sehr multikulturell und - so scheint es zumindest -auch recht harmonisch. Etwa 8% der Menschen sind ethnische Inder, 50% Malays, 20% Chinesen, 10% Ureinwohner und der Rest ein Potpourri aus diversen anderen Ethnien. Dieser Mix führt auch zu einem sehr interessanten Mischmasch aus verschiedenen Religionen. Neben der Staatsreligion, dem Islam, gibt es auch ein grosse Anzahl von Hinduisten, Buddhisten und Christen. Diese leben seit hunderten von Jahren nebeneinander - vielleicht der Grund für das reibungslose Zusammenleben.


Malaysia: Number 1

Was auf diesem Plakat steht weiss ich zwar nicht, man sieht es aber überall in der Stadt. Malaysia hat in den letzten Jahren enorme wirtschaftliche Fortschritte gemacht und sich zu einem recht entwickelten Schwellenland entwickelt. Kuala Lumpur ist eine in allen Belangen moderne Stadt. Die Strassen und die Infrastruktur sind vergleichbar mit denen moderner Industrieländern.


Petronas Towers: hoch, höher, am ...

...höchsten war einmal. Von 1998 bis 2004 galten die beiden Twin Towers als die beiden höchsten strukturellen Gebäude in der Welt. Der Titel des höchsten Gebäudes wurde stets angefochten, da der Sears Tower in Chicago und das ehemalige World Trade Center in New York jeweils höher gelegene "höchste" Stockwerke hatten und auch höher gelegene Dächer. Seit 2004, mit der Fertigstellung des 101 Taipei in Taiwan, musste dieser Titel dann sowieso abgegeben werden. Die beiden Türme der Petronas Towers kann man von fast allen Punkten der Stadt aus sehen. Im Vergleich zu den modernen Gebäuden in z.B. Shanghai oder Hong Kong fand ich die beiden Türme allerdings etwas enttäuschend. Von der markanten Sky- bridge aus, der Verbindungsbrücke in der Mitte der beiden Türme, soll man auch einen tollen Blick über die Stadt geniessen können. Leider habe ich dies nicht wahrgenommen, weil das begrenzte Kontingent an Besuchertickets nur sehr früh morgens verkauft wird und mir meine kostbare Zeit dafür zu schade war.


Der Islam in Malaysia

Malaysia ist ein muslimisches Land - mehr als 60% der Menschen sind Muslime (20% Buddhisten, 9% Christen, 6% Hindus). Der Islam ist Staatsreligion und die Malays (nicht zu verwechseln mit Malaysiern) werden bei der Geburt automatisch zu Muslimen. Ein Übertreten in eine andere Religion ist fast unmöglich und Andersgläubige dürfen nicht geheiratet werden. Als Besucher hat man den Eindruck, dass Malaysia recht liberal ist. So ist Alkohol fast überall frei erhältlich, die Frauen sind nicht verschleiert und nicht der Freitag, sondern der Sonntag ist der offizielle Ruhetag. Allerdings spielt der Islam natürlich immer noch eine grosse Rolle. So gilt für Muslime neben dem öffentlichen Recht auch das muslimische Recht in Bezug auf persönliche Angelegenheiten. Der Konflikt zwischen den eher moderaten Muslimen und jenen militanten Muslimen, die aus dem Land einen islamistischen Staat machen wollen, scheint auch in Malaysia ein Thema zu sein. Noch kann man - zum Glück - in aller Öffentlichkeit ein Bier bestellen und wird dafür nicht gelyncht :-) 

... und da wären wir beim Thema Nachtleben, was in KL recht abwechslungsreich zu sein scheint. Das Bild oben stammt aus dem sogenannten Rum Jungle, einer Bar in der belebten und zentral gelegenen Jalan P Ramlee. Der gleich daneben gelegene Beach Club ist zwar noch bekannter, aber was man dort vor allem vorfindet, sind HORDEN von filippinischen, vietnamesischen und thailändischen Damen, die eher geschäftstüchtig sind und andere Dinge im Kopf haben, als sich um die Feinheiten der guten muslimischen Gesellschaft den Kopf zu zerbrechen :-)


Das Stadtbild

Kuala Lumpur ist eine recht moderne und auch grüne Stadt - und viel kleiner, als erwartet. Zu Fuss kann man die Stadt locker in zwei Tagen ablaufen und die wichtigsten Punkte ansteuern.

Weitere Eindrücke der Stadt. Die Briten haben KL natürlich auch ihren Stempel aufgedrückt, was sich unschwer an den vielen älteren Gebäuden erkennen lässt.

Für Fussfaule: zur Not kann man die Stadt auch mit der Monorail abfahren.


Das indische Viertel

Es gibt in Kuala Lumpur ein chinesisches Viertel und ein indisches Viertel. Da mein Hotel direkt in diesem Viertel lag, konnte ich jeden Tag das beste indische Essen überhaupt geniessen! Vor allem hier, aber eigentlich in der ganzen Stadt, wimmelt es nur so von kleinen indischem Ständen, wie z.B. auf den Photos unten. 

Anmerkung: ich habe hier nicht gegessen, sondern die Photos nur im Vorbeigehen geschossen. Neben diesen Strassenläden gibt es natürlich auch etwas bessere Lokale, die auch hygienetechnisch etwas einladender sind. Das tolle an Kuala Lumpur ist, dass man aufgrund der durchgehend warmen Temperaturen zu jeder Jahreszeit draussen sitzen kann. Wintertemperaturen kennt man hier nicht.

Ein buntes Treiben. Die Strasse hinter meine Hotel im indischen Viertel. Hier gab es diverse Nachtmärkte, auf denen man allen möglichen Schnickschnack kaufen konnte, vor allem aber Textilien, Tücher und Kleidung.  


Die Strasse von Malakka

Malakka (englisch: Malacca) liegt etwa eine Autostunde entfernt von Kuala Lumpur an der Westküste Malaysias und etwa 200km entfernt von Singapur. Die Stadt hat eine lange Geschichte und wurde so gut wie von allen grossen Seenationen beherrscht: den Portugiesen, den Holländern und den Engländern. Grund hierfür ist der Hafen von Malakka, gelegen an einer der (damals wie heute) wichtigsten Handelsrouten für Waren aus Indien nach China. Laut Wikipedia befahren heute noch rund 2000 Schiffe pro Tag (!) diese enge Meeresenge zwischen der malayischen Halbinsel und der Insel Sumatra (Indonesien). Bis heute ist diese Seestrasse auch ein beliebtes Ziel für Piraten.

Malakka wurde von den jeweils neuen Mächten erst völlig zerstört, um dann wieder neu aufgebaut zu werden. Ein Teil der holländischen Gebäude sind heute noch zu besichtigen. Da während früherer Zeiten auch stets der Kampf um Religionen ein heisses Thema war, finden sich hier auch Relikte von allen grossen Weltreligionen wieder. Es gibt eine protestantische Kirchen, eine katholische Kirche, hinduistische und buddhistsiche Tempel, sowie Moscheen. 

Auf dem Bild untern der sogenannte rote Platz vom Malakka und die von den Holländern erbaute evangelische Kirche. Heute gehört die Christ Church der anglikanischen Kirche an.

Die Strassen von  Malakka sind heute gefüllt mit kleinen Geschäften, Kneipen und Cafes und man kann hier recht angenehm ein paar Stunden verbringen. Auf diesem Platz kamen mir Erinnerungen an Guatemala hoch, vom katholisch - kolonialen Flair her irgendwie ähnlich.


Die Batu Höhlen

An meinem letzten Tag hatte ich noch etwas Zeit zu vertrödeln und habe einen halbtägigen Ausflug in die sogenannten Batu Höhlen gemacht. Mein Fazit hier: vielleicht nur sehenswert für Leute, die noch nie in Südostasien waren. Mich persönlich haben dies Höhlen, aber auch die riesige hinduistische Statue vor dem Eingang der Höhlen nicht wirklich vom Hocker gerissen. Aber es war ein guter Abschluss meines kurzen Besuchs in Kuala Lumpur.